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Die Regulierung der Big-Data-gestützten Forschung: eine neue Herausforderung

 

In diesem Projekt untersuchen wir die bestehenden Ethikrichtlinien und Gesetze bezüglich der Nutzung von Big Data in der medizinischen Forschung. Ausserdem befragen wir die Anspruchsgruppen – Forschende, Patientenvertreter und Vertreter der Öffentlichkeit – zu ihren praktischen Bedürfnissen.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Das Projekt umfasst drei Phasen. Zunächst untersuchen wir mithilfe traditioneller Analyseverfahren die existierenden nationalen und internationalen Ethikrichtlinien und gesetzlichen Vorschriften für Forschungsvorhaben, die Big Data (u. a. elektronische Gesundheitsdaten und Daten aus sozialen Medien) nutzen. Dann befragen wir Forschende und Personen, deren Daten zu Forschungszwecken genutzt werden, zu ihrer Einstellung, ihren Bedürfnissen und ihren Bedenken. Schliesslich analysieren wir die in diesen Gesprächen vermittelten Probleme sorgfältig unter ethischen und juristischen Gesichtspunkten und führen eine unabhängige Prüfung der relevanten Ethikrichtlinien und Gesetzestexte durch.

Hintergrund

Die auf Big Data gestützte Forschung kann einen Beitrag zu einer hochwertigen, bezahlbaren Gesundheitsversorgung leisten. Allerdings hinken die für die Forschung geltenden Regulierungen der technologischen Entwicklung hinterher, etwa bei Forschungsprojekten, die auf elektronischen Gesundheitsdaten oder Daten aus den sozialen Medien basieren. Diese Rechtsunsicherheit könnte allgemeine Befürchtungen vor dem Umgang mit vertraulichen personenbezogenen Daten schüren. Daher sollten Forschungsthemen, die Einwilligungserklärungen voraussetzen und Interessenkonflikte bergen können, unbedingt und sorgfältig nach ethischen und juristischen Kriterien geprüft werden.

Ziele

Das Fehlen klarer Ethikrichtlinien könnte sich negativ auf den Datenaustausch auswirken und Forschungsprojekte verhindern, die sich auf Big Data stützen. Vorrangiges Ziel dieser Studie ist daher die sinnvolle und effiziente Nutzung von elektronischen Gesundheitsdaten und Daten aus sozialen Medien. Das Projektteam will ethische und regulatorische Unsicherheiten abbauen, indem es Forschenden und Forschungsinstitutionen ethische Leitlinien für die Erfassung, Archivierung und Analyse von umfangreichen elektronischen Gesundheitsdaten und anderen digitalen Daten an die Hand gibt.

Bedeutung / Anwendung

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Debatte über die ethischen und regulatorischen Aspekte der Nutzung von Big Data in der biomedizinischen Forschung. Es unterstützt Forschende mit praktischen Leitlinien und ermöglicht ein tieferes Verständnis der Ängste, die in der Öffentlichkeit über den Missbrauch von Daten bestehen. Im besten Fall wird es regulatorische Lösungen anregen, die den Schutz vertraulicher personenbezogener Daten regeln. Das Projekt schlägt vor, wie Einverständniserklärungen aussehen könnten, mit denen Personen ihre Daten zur Verfügung stellen können, und fördert den gesellschaftlichen Nutzen dieses wachsenden Forschungsgebiets.

Originaltitel

Ethical and legal regulation of Big Data research – towards a sensible and efficient use of electronic health records and social media data [BigResearchEthics]

Projektverantwortliche

  • Prof. Bernice Simone Elger, Institut für Bio- und Medizinethik (IBMB), Universität Basel
  • Prof. Claudia Seitz, Juristische Fakultät, Universität Basel
  • Professor Marie-Laure Papaux van Delden, Université de Genève, Faculté de droit

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Bernice Simone Elger Institut für Bio- und Medizinethik (IBMB) Universität Basel Bernoullistrasse 28 4056 Basel b.elger@unibas.ch

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