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"Big Brother" in Schweizer Unternehmen? Vertrauen, Daten und Privatsphäre im Job

 

Big Data kann Unternehmen produktiver machen. Auch in der Schweiz setzen Firmen zunehmend neue Techniken ein, um die Leistung ihrer Mitarbeitenden zu kontrollieren. Doch überrissene Kontrolle kann das Vertrauen in den Arbeitgeber zerstören. Wir wollen zeigen, wie Unternehmen dies vermeiden können.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Unsere Arbeit gliedert sich in vier Phasen:

  1. Zunächst bauen wir ein Schweizer Netzwerk von Praxis-Partnern auf, in dem alle relevanten Stakeholder vertreten sind.
  2. In einer gross angelegten Umfrage unter Schweizer Unternehmen ermitteln wir, wie Big Data heute am Arbeitsplatz eingesetzt wird.
  3. Detaillierte Fallstudien ermitteln dann "best practices".
  4. Aus den Daten erstellen wir ein Modell, welches verschiedenste Arbeitsplatz- und Privatsphären-Szenarien umfasst und welches wir schlussendlich testen und im Dialog mit der Praxis weiterentwickeln.

Die gewonnenen Daten und Erkenntnisse teilen wir sowohl mit der nationalen und internationalen wissenschaftlichen Community als auch mit den beteiligten Unternehmen in der Schweiz.

Hintergrund

Daten-basierte Entscheide sollen Unternehmungen produktiver, transparenter und flexibler machen und Willkür vermeiden. In der Personalführung sind Big-Data-Analysen zunehmend gefragt, weil sie Unternehmen erlauben, die Leistung ihrer Mitarbeitenden besser zu kontrollieren. Doch neben vielen Chancen birgt Big Data am Arbeitsplatz auch Risiken. So kann die übermässige Kontrolle der Mitarbeitenden zu einem Vertrauensverlust führen, welcher die wirtschaftlichen Vorteile von Big Data zunichte macht.

Ziele

Wir wollen folgende Fragen beantworten:

  1. Welche Big-Data-Methoden setzen Schweizer Unternehmen heute im Personalmanagement ein?
  2. Inwiefern fördern oder beschädigen diese das Vertrauen in den Arbeitgeber?
  3. Welches Verbesserungspotenzial gibt es aus personalwirtschaftlicher, ethischer und juristischer Perspektive?

Wir suchen den Dialog mit der Praxis und führen empirische Untersuchungen mit verschiedenen Methoden durch, etwa Fallstudien und eine grosse Umfrage unter Schweizer Unternehmen.

Bedeutung / Anwendung

Viele Aspekte unseres Projektes sind Pionierleistungen. Bisher gibt es keine belastbaren Daten darüber, wie Schweizer Unternehmungen Big-Data-Methoden im Personalmanagement einsetzen und wie sich diese Methoden auf das Vertrauen in den Arbeitgeber auswirken. Ausserdem wurden ethische und juristische Aspekte in diesem Kontext bisher ignoriert. Unsere Forschung stärkt mit ihrer interdisziplinären Perspektive den Wissenschafts-Standort Schweiz und ist gleichzeitig praxisrelevant.

Originaltitel

Big Data or Big Brother? – Big Data HR Control Practices and Employee Trust

Projektverantwortliche

  • Prof. Antoinette Weibel, Forschungsinstitut für Arbeit und Arbeitswelten, Universität St. Gallen
  • Dr. Thorsten Busch, Institut für Wirtschaftsethik (IWE), Universität St. Gallen
  • Dr. Ulrich Leicht-Deobald, Institut für Wirtschaftsethik (IWE), Universität St. Gallen
  • Dr. Christoph Schank, Institut für Wirtschaftsethik (IWE), Universität St. Gallen
  • Prof. Isabelle Wildhaber, FAA-HSG Privat- und Wirtschaftsrecht unter bes. Berücksichtigung des Arbeitsrechts, Universität St. Gallen

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Antoinette Weibel Forschungsinstitut für Arbeit und Arbeitswelten Universität St. Gallen Dufourstrasse 40a 9000 St. Gallen Antoinette.Weibel@unisg.ch

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