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Rückenschmerzen mit dem Smartphone erkennen und beobachten: Herausforderungen und Lösungen

 

Wissenschaftler der ETH Zürich und der Universitätsspitäler Zürich arbeiten mit der Medizingeräteindustrie zusammen, um sich via Smartphone mit Tausenden von Rückenschmerzbetroffenen zu vernetzen. Ziel ist das Krankheitsbild Rückenschmerzen besser zu verstehen und mithilfe mobiler Gesundheitstechnologien neue Lösungsansätze für Therapie und Prävention zu entwickeln.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Eine mHealth-App soll Freiwillige (sogenannten "citizen scientists") wie ein Tagebuch bei der Bewertung und Dokumentation ihrer Rückenschmerzen unterstützen. Auf diese Weise können wichtige Daten einer grossen Gruppe von Personen gesammelt werden, die Auskunft darüber geben, wie häufig Schmerzen auftreten und individuell erlebt werden. Daraus werden wir neue Modelle entwickeln, um verschiedene Behandlungsstrategien (Physiotherapie, Gesundheitserziehung, sensorgestützte Smartphone-Spiele) zur Vorbeugung oder Linderung von Rückenschmerzen für den individuellen Fall computergestützt auszuwählen. Anschliessend werden die im Projekt beteiligten Mediziner untersuchen, welche Behandlungsarten erfolgreich sind und warum.

Hintergrund

Nahezu jede in der Schweiz lebende Person leidet im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an Rückenschmerzen – einer vielfältigen, komplexen und bis heute noch nicht vollständig verstandenen Erkrankung. Teure chirurgische Eingriffe sollten vermieden werden. Angesichts der vielfältigen Ausprägungen dieser Krankheit ist es für die Ärzte nicht immer leicht, die richtige Behandlungsmethode zu finden. Ein wichtiger Lösungsschritt ist die Beobachtung des Verhaltens vieler verschiedener Menschen, die an Rückenschmerzen leiden oder daran erkranken. Vernetzte digitale Technologien können hierbei gute Dienste leisten.

Ziele

Ziel des Projekts ist der Einsatz mobiler Gesundheitstechnologien (mHealth-Tools), um Veränderungen bei Personen mit Rückenschmerzen zu sammeln und daraus Software-Modelle zu entwickeln und erproben, die individualisierte Präventionsmassnahmen vorschlagen können. Die entsprechende Datenbasis soll per App in der Klinik und zu Hause erfasst werden. Ausserdem werden wir neue Strategien für die Erfassung und Verwaltung sensibler Gesundheitsdaten und die Implementierung entsprechender Analyse-Software entwickeln.

Bedeutung / Anwendung

Dieses Projekt soll Ärzten durch mobile Gesundheitstechnologien eine bessere Verfolgung von Behandlungsfortschritten und ein tieferes Verständnis der Krankheitsmechanismen von Rückenschmerzen ermöglichen. Die neu entwickelten Softwarekonzepte sollen Datenwissenschaftlern helfen die Datenerfassung zu vereinfachen, die Datenqualität zu gewährleisten und präzisere Analysen zu ermöglichen. Aber auch die Gesellschaft und die Öffentlichkeit sollen profitieren: von nützlichen Gesundheitstipps per Smartphone und einer neuartigen Möglichkeit, persönliche Gesundheitsdaten vertraulich an Ärzte und Forschende übermitteln zu können.

Originaltitel

Personalized management of low back pain with mHealth: Big Data opportunities, challenges and solutions

Projektverantwortlicher

Professor Walter Karlen, Mobile Health Systems Lab, Department of Health Sciences and Technology, ETH Zürich

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Professor Walter Karlen Mobile Health Systems Lab, Department of Health Sciences and Technology, ETH Zürich, BAA Lengghalde 5 8092 Zürich walter.karlen@hest.ethz.ch

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